Stand der Umsetzung des Masterplans Neandertal

Am 17.12.2015 hat der Kreistag beschlossen, die zentralen Maßnahmen des Masterplans Neandertal umzusetzen, jedoch den Baubeginn um ein Jahr zu verschieben. Hierzu zählen folgende Maßnahmen:

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Entwurfsplanung: Lageplan Modul 1 und 2 (Vergrößerung durch Klicken auf das Bild)

M 1: Museumsbrücke über Düssel und Mettmanner Bach / Anpassung des Einmündungsbereichs beider Bäche / Auftaktplatz
Nach Abschluss der Baumaßnahmen sollen künftig die Besucher des Neandertals von einem Auftaktplatz am nördlichen Ende des Museumsparkplatzes aus über eine ansprechend gestaltete Museumsbrücke – einer reinen Fußgängerbrücke – vom Parkplatz zum Museum und wieder zurück geführt werden. Dabei werden Düssel und Mettmanner Bach überquert. Ein dritter Anschlussarm dieser Brücke führt zum Spielplatz und zur Steinzeitwerkstatt.

Der gesamte Einmündungsbereich der beiden Gewässer wird wieder naturnah und erlebbar, Bausünden der Vergangenheit wie z.B. der künstliche Gewässerverbau werden beseitigt. Darüber hinaus wird der Mettmanner Bach in den letzten Metern seines Verlaufs vor der Mündung in die Düssel leicht nach Süden verschoben.

M 2a und 2b: Spielplatz
Der Spielplatz wird komplett neu gestaltet und erweitert. Dadurch entsteht eine Attraktion, die Familien mit Kindern zu einer längeren Verweildauer im Neandertal anregt. Die neuen Spiel- und Aufenthaltsangebote werden neue Besucherimpulse auslösen, von denen auch und gerade das Museum wegen der Kombinationsmöglichkeiten für einen Tagesausflug profitiert – ein wichtiger Aspekt auch für Schulklassen. Auf dem Areal des zurzeit vorhandenen Spielplatzes (M 2a) soll eine Spielkombination für kleinere Kinder mit einer Vielzahl verschiedener Spiel- und Klettermöglichkeiten geschaffen werden. Außerdem sind eine Trinkwasserentnahmestelle und ein Matschplatz  vorgesehen. Zusätzlich wird der Spielplatz nach Osten (M 2b) hin erweitert. Hier konzentriert sich das Angebot für ältere Kinder. Weil erfahrungsgemäß Spielplätze sehr gut angenommen werden, wenn sie spannende Klettermöglichkeiten anbieten, ist als zentrales Highlight eine große Kletterkombination mit angesetzter Röhrenrutsche vorgesehen. Gestalterisch soll auch das Thema Steinzeit auf dem Spielplatz seine Spuren hinterlassen.

M 2c: Spielplatzbrücke
Zwischen Parkplatz und Spielplatz ist eine weitere Brücke geplant. Sie ist für Fußgänger und Radfahrer, aber auch für Unterhaltungs- und Rettungsfahrzeuge ausgelegt. Die Brücke übernimmt innerhalb des Gesamtwegekonzeptes eine zentrale Rolle: Unabhängig vom Museumsbesuch bietet sie künftig eine kurze fußläufige Verbindung vom Parkplatz mit neuer WC-Anlage zum Spielbereich. Auch wer als Wanderer in den angrenzenden Landschaftsraum in Richtung Steinzeitwerkstatt oder Wildgehege gelangen möchte, wird künftig diese Brücke und die dahinterliegenden schönen Wanderwege an der Düssel nutzen. Die räumliche Trennung, die mit der Düssel einhergeht, wird aufgehoben und dadurch die Nutzbarkeit des Gesamtraums während des Aufenthalts im Neandertal deutlich gesteigert.

M 3a: Renaturierung Düssel
Entlang dem Fußweg zwischen Museum und Fundstelle wird ein größerer Abschnitt der Düssel renaturiert und das Gewässer dabei gleichzeitig näher an den Weg verlegt. Es werden neue Auenbereiche geschaffen, und durch die künftige Erlebbarkeit der Düssel wird das Landschaftsbild erheblich verschönert. Auch der heute fehlende Retentionsraum wird erhöht, denn das aktuell durchflossene Düsselbett soll erhalten bleiben, aber nur noch bei höheren Wasserständen geflutet werden. Neben der ökologischen Aufwertung wird diese Renaturierungsmaßnahme eine Wanderung zur Fundstelle wegen der neuen Landschaftseinblicke deutlich attraktiver gestalten. Dieses Modul wird federführend vom Bergisch-Rheinischen-Wasserverband umgesetzt.

Modul M3b: Wegeverbindung zwischen Museum und Fundstelle
Zwischen Museum und Fundstelle konzentrieren sich die Maßnahmen auf die Sanierung und Aufwertung der vorhandenen Wegeverbindung. Der Belag besteht auch zukünftig aus wassergebundener Wegedecke. Die Deckschichten werden saniert und der Wegeverlauf geringfügig angepasst. In Abstimmung mit der geplanten Renaturierung im Modul 3a werden Sichtbezüge zum Wasser geschaffen und der Naturraum der Düssel erlebbar gemacht.

Bauliche Realisierung

Aufgrund der momentanen Haushaltslage wurde mehrheitlich beschlossen, die bauliche Umsetzung vorgenannter Maßnahmen um ein Jahr nach hinten zu verschieben (geplanter Baubeginn jetzt 2018).

Nicht zu realisierende Baumaßnahmen:
Gemäß dem Votum des Kreistages werden die Maßnahmen des sog. Umsetzungsprogramms 2 (M 4 bis M6) baulich nicht realisiert.

Damit wird auf einen Aussichtspunkt am Kalkfelsen südlich der Talstraße (ehem. Standort des Lokals Neanderhöhle), eine grundlegende Neugestaltung des Museumsparkplatzes, eine neu angelegte Fußwegeverbindung hinter dem Museum bis zum Regiobahn-Haltepunkt und auf die bauliche Aufwertung des direkten Museumsumfeldes verzichtet.